Digital Finance bei WMF 2026: KI, Zahlungen, MiCA und der Digitale Euro definieren die Zukunft des europäischen FinTech neu

Die digitale Finanzwelt ist zu einer unverzichtbaren Säule der globalen Wirtschaft geworden, nahtlos integriert in Plattformen, Marktplätze und Online-Dienste. Sofortzahlungen, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Tokenisierung und Insurtech verändern grundlegend, wie Wert, Vertrauen und finanzielle Vermittlung innerhalb des europäischen Wirtschaftsökosystems verwaltet werden.
In diesem Landschaftsbild hat sich die ultimative Herausforderung von rein technologischer Innovation hin zum Aufbau von Wachstumsmodellen verschoben, die strikt mit den neuen europäischen regulatorischen Rahmenwerken konform sind. Die Einhaltung des EU-KI-Gesetzes für im Fintech-Bereich eingesetzte KI-Systeme und der nun vollständig in Kraft getretenen MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) stellt eine Kernanforderung für Finanzinstitute, Startups und digitale Plattformen gleichermaßen dar.
Vor diesem Hintergrund steht WMF – We Make Future (24.–26. Juni in BolognaFiere) als führende Beobachtungsstelle für die Entwicklung von FinTech und digitalen Assets. In diesem Jahr wird die Festivalbühne FinTech & Digital Assets als dediziertes Forum dienen, um zu analysieren, wie Technologie, Regulierung und Märkte auf eine neue europäische digitale Finanzinfrastruktur zulaufen.
Vom vertikalen FinTech zum Embedded Finance
Der Fintech-Sektor hat einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel erfahren. Das Pionierzeitalter, das von vertikalen Startups und eigenständigen Dienstleistungen dominiert wurde, weicht einem hochgradig integrierten Modell. Heute wird Finanzen „embedded“—unsichtbar für den Endnutzer, aber nativ in digitale Workflows integriert.
Zahlungsdienste sind direkt in E-Commerce-Websites und Marktplätze eingebettet, Kreditangebote funktionieren innerhalb digitaler Plattformen, während Versicherungen, Investitionen und Risikomanagement zu nativen Funktionen online Ökosysteme geworden sind. Wettbewerbsvorteile werden nicht mehr durch das Finanzprodukt selbst bestimmt, sondern durch die Fähigkeit, robuste Technologieinfrastrukturen aufzubauen, komplexe Daten zu verwalten und Prozesse zu automatisieren.
Diese Konvergenz zwischen Technologie und finanzieller Intermediation bildet das zentrale Thema des gesamten WMF-Fintech-Programms.
Wie Cosmano Lombardo, Gründer und CEO der Search On Media Group sowie Schöpfer von WMF, betont:
“WMF dient als privilegiertes Observatorium für die Transformation des digitalen Finanzwesens, wo Zahlungen, Blockchain, künstliche Intelligenz und neue regulatorische Modelle in eine zunehmend integrierte, programmierbare und unsichtbare Wirtschaftsinfrastruktur münden.“
Gleichzeitig neu definiert die europäische regulatorische Konsolidierung digitales Vertrauen. Betriebliche Resilienz ist kein nachrangiger Gedanke mehr, sondern ein strategisches Asset für Banken, Fintech-Unternehmen und Technologieanbieter. In diesem Kontext spielt der DORA (Digital Operational Resilience Act)—vollständig in der EU durchgesetzt—eine zentrale Rolle, indem er strenge Standards für Cybersicherheit, Geschäftskontinuität, ICT-Risikomanagement und den Schutz kritischer Finanzinfrastrukturen einführt.
Der europäische Wendepunkt im Juni 23: Digitaler Euro, PSD3 und PSR
Die Ausgabe 2026 der WMF kommt zu einem hochkritischen Zeitpunkt für die regulatorische Entwicklung des Sektors. Am 23. Juni, am Vorabend der Eröffnung des Festivals, wird erwartet, dass die Europäische Kommission formell zusammentritt, um die Grundpfeiler des neuen europäischen Zahlungsrahmens für digitale Zahlungen zu genehmigen: den Digitalen Euro, PSD3 und PSR. Diese drei Rechtsakte werden das gesamte europäische Fintech-Ökosystem in den kommenden Jahren direkt beeinflussen.
1. Der Digitale Euro: Die EZB beschleunigt ihre Zentralbankdigitalwährung (CBDC)
Der Digitale Euro wird keine Kryptowährung sein, sondern eine digitale Bargeldform, die direkt von der Europäischen Zentralbank ausgegeben wird. Ziel ist es, das physische Bargeld durch ein öffentliches, interoperables digitales Instrument zu ergänzen, das in der gesamten Eurozone genutzt werden kann.
Von dem Europäischen Parlament verabschiedete wesentliche Änderungen stärkten die Rahmenbestimmungen hinsichtlich Datenschutz, Datensicherheit und technologischer Souveränität Europas gegenüber nicht-EU-Zahlungsnetzen. Für einen Markt, der von internationalen privaten Zahlungsgiganten dominiert wird, zielt die EZB darauf ab, eine öffentliche Infrastruktur zu schaffen, die direkte Zahlungen zwischen der Zentralbank und Händlern ermöglicht, die Vermittlungskosten senkt und die europäische Autonomie stärkt.
2. PSD3 und PSR: Ein Wandel der Regeln für digitale Zahlungen
Gleichzeitig schreitet das EU-Zahlungspaket voran, das politisch vom Rat der EU und dem Europäischen Parlament gebilligt wurde. Die wichtigsten Aktualisierungen betreffen PSD3 und die PSR (Verordnung über Zahlungsdienste), die den aktuellen PSD2-Rahmen schrittweise ablösen werden.
- Die PSR wird eine einheitliche, unmittelbar geltende Verordnung in allen Mitgliedstaaten einführen. Zu den Hauptzielen gehören die Stärkung der starken Kundenauthentifizierung (SCA), die Umsetzung fortschrittlicher Betrugspräventionsmaßnahmen (wie z. B. die Überprüfung von IBAN-Empfängern), der Schutz der Nutzer vor Spoofing-Angriffen sowie die Gewährleistung der Transparenz bei Gebühren für Sofortüberweisungen.
- PSD3 wird den Lizenzierungs- und Aufsichtsrahmen für Zahlungsinstitute aktualisieren und das wettbewerbliche Gleichgewicht zwischen traditionellen Banken und Fintech-Unternehmen neu ausbalancieren.
Auf industrieller Ebene zielt dieser neue europäische Rahmen darauf ab, Open Banking zu beschleunigen, indem er den Austausch finanzieller Daten fördert und Hürden für Drittanbieter senkt. Nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union haben die Mitgliedstaaten etwa 18 Monate Zeit, um PSD3 in nationales Recht zu übertragen; die vollständige Durchsetzung wird voraussichtlich auf dem gesamten Markt erwartet.
Hinter den Kulissen der WMF-Fintech- & Digital-Assets-Bühne
Die WMF FinTech & Digital Assets-Stage bietet eine umfassende Querschnittsanalyse der Entwicklung des europäischen Finanzsystems und verknüpft dabei KI, Zahlungsnetzwerke, Blockchain-Infrastrukturen, digitale Vermögenswerte, Regulierungen und Insurtech der nächsten Generation.
Das Programm verfolgt drei wichtige Markttrends:
- Die zunehmende Automatisierung finanzieller Prozesse.
- Die tiefe Integration von Finanzdienstleistungen in nicht-bankliche digitale Ökosysteme.
- Die Entwicklung neuer Wertmodelle, getrieben durch Tokenisierung und dezentrale Architekturen.
Die Beschleunigung von KI im Fintech geht weit über Automatisierung und Personalisierung von Dienstleistungen hinaus. Im modernen Finanzwesen ist algorithmische Compliance entscheidend: Kredit-Scoring-Engines, Betrugserkennungssysteme, digitales Onboarding und Risikobewertungsmodelle müssen mit den Transparenz- und Risikostandards übereinstimmen, die durch die EU-KI-Verordnung vorgeschrieben sind.
Tag 1: Digitale Zahlungen, KI und Insurtech
Der erste Tag der WMF konzentriert sich stark auf digitale Zahlungen und die Integration von Fintech-Infrastrukturen:
- Luigi Traldi (Head of Southern Europe at Klarna) wird eine hocherwartete Keynote zur Entwicklung europäischer Zahlungssysteme und neuer Plattform-Geschäftsmodelle halten.
- Gabriele Del Mese (Founder of Moneyviz) wird die Demokratisierung von Investitionen und den Zugang zum Einzelhandelmarkt analysieren.
- Roberto Garavaglia (Payment Systems & Blockchain Advisor) wird technische Infrastrukturen und Zahlungssysteme untersuchen.
- Ionut Gaucan (ctrl/shift) wird sich auf digitale Modelltransformationen konzentrieren.
- Simone Ranucci Brandimarte (President of the Italian Insurtech Association and Co-founder of Yolo Group) wird datengesteuerte Versicherungsmodelle beleuchten.
- Fabrizio Romano Genovese (Founder of onetimelabs) wird die neuen Dynamiken digitaler Innovation im Finanzdienstleistungssektor detailliert darstellen.
Tag 2: Märkte, Regulierung und digitale Vermögenswerte
Am zweiten Tag rückt der Fokus auf das Zusammenspiel von Kapitalmärkten, regulatorischer Compliance und institutionellen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt:
- Luca Carabetta (Trade Republic) wird strukturelle Veränderungen in der digitalen Finanzintermediation und beim Zugang zu Investitionen analysieren.
- Stefano Capaccioli (Gründungspartner von Conlex und Mitglied des Steuerfachausschusses bei Moneyviz) wird sich mit den komplexen steuerlichen und regulatorischen Hürden auseinandersetzen, denen digitale Vermögenswerte auf dem europäischen Kryptomarkt gegenüberstehen.
Die Debatte um digitale Vermögenswerte findet in einer tiefgreifend veränderten europäischen Regulierungslandschaft statt. Mit MiCA in voller Wirkung verfügt der europäische Kryptomarkt über einen harmonisierten Rahmen für digitale Vermögenswerte, Stablecoins und Anbieter von Crypto-Asset-Dienstleistungen (CASPs). Die Reife der Branche hängt nun davon ab, Innovation, Transparenz, Anlegerschutz und institutionelle Adoption in Einklang zu bringen – was die Integration zwischen traditionellem Finanzwesen (TradFi) und Web3-Infrastrukturen beschleunigt.
Institutionelle Perspektiven werden durch Beiträge von Parlamentsvertretern wie Marcello Coppo (Italienische Republik & Parlamentarische Intergruppe „Digitale Vermögenswerte) sowie von Analysten öffentlicher Politik wie William Nonnis (Analyst – Präsidentschaft des Ministerrates für PNRR) geprägt sein, mit Schwerpunkt auf dem Nationalen Erholungs- und Resilienzplan (PNRR). Luisa Fischietti (Leiterin Italy ETF an der Borsa Italiana – Euronext Group) wird die Sektion mit einem vertieften Blick auf regulierte Märkte und ETFs abschließen.
Tag 2 wird zudem digitale Identität, Smart Wallets und Web3-Infrastruktur hervorheben:
- Vincenzo Rana (Leiter Innovation am Web3 Hub des Mailänder Polytechnikums) wird die Auswirkungen digitaler Identitäten auf Zahlungen sowie das Potenzial von Zero-Knowledge-Beweisen (ZKPs) im Umgang mit sensiblen öffentlichen Daten bewerten.
Deep Tech: Raumfahrtwirtschaft, KI und Insurtech-Modelle
Die rasante Entwicklung der Raumfahrtwirtschaft beginnt direkte Auswirkungen sowohl auf Fintech als auch auf Insurtech zu entfalten. Durch die Kombination von Satellitenerdbeobachtungsdaten mit fortschrittlichen KI-Modellen können Versicherungsunternehmen Klimarisiken, Extremwetterereignisse und territoriale Verwundbarkeiten jetzt in Echtzeit berechnen. Darüber hinaus hat die Satellitenverfolgung zu einem strategischen Instrument für ESG-Finanzierung und Green Bonds geworden, wodurch Unternehmen Umweltparameter und die Nachhaltigkeit ihrer Lieferketten objektiv überprüfen und so Zugang zu grüner Finanzierung erhalten.
Tag 3: Bitcoin, Web3 und KI-gesteuertes Investieren
Der letzte Tag widmet sich der Evolution digitaler Vermögenswerte und der Resilienz der Krypto-Infrastruktur:
- Luca Boiardi (CEO von The Crypto Gateway) und Marco Costanza (Schöpfer von Bitcoin & Conscious Finance) werden komplementäre Perspektiven zur Entwicklung des Bitcoin-Marktes und zur Integration zwischen TradFi und der Krypto-Kultur bieten.
Zu den wichtigsten Themen gehören die Reifung des Kryptomarkts, Anwendungsfälle für Tokenisierung, dezentrale Finanzen (DeFi) und bewusstes Finanzieren. - Stefano Bargiacchi (KI-Investor & Bildungsexperte) wird die Schnittstelle zwischen KI und finanziellem Investieren analysieren, während Tommaso Astazi (Policy Director bei Blockchain for Europe) einen Überblick über die EU-Web3-Politiken gibt.
- Den innovativen Zahlungsverkehrsrundgang beschließen Roberto Garavaglia (Strategischer Berater für innovative Zahlungen & Blockchain) und Marco Crotta (Conio.com), indem sie den Aufstieg von agenticen Zahlungen sowie automatisierten, intelligenten Transaktionssystemen skizzieren.
FinTech-Distrikt, Open Innovation und Ökosystem-Kollaboration
Über die bildenden Keynotes hinaus festigt WMF seine Rolle als offenes Innovationsökosystem für digitale Finanzen. Die Ausstellungshalle und spezialisierten Tracks zu Blockchain, Bitcoin-Engineering und Web3 basieren auf einem aktiven Dialog mit Tech-Hubs und digitalen Communities. Partnerschaften mit Einrichtungen wie dem Napoli Tech Hub, Ctrl/Shift und dem gesamten italienischen Web3-Ökosystem machen WMF zu einem offenen, kollaborativen Marktplatz, der Startups, Venture-Capital-Institutionen, traditionelle Unternehmen und Fintech-Betreiber verbindet.
WMF als Horizont für europäische Finanzen
Das WMF-Fintech-Programm liefert ein definitives Bild davon, wohin sich der europäische Finanzsektor entwickelt: ein Markt, der zunehmend integriert, automatisiert und streng reguliert ist. Während KI operative Automatisierung, Kostensenkung und Personalisierung vorantreibt, revolutionieren Blockchain-Architekturen, Tokenisierung, der Digitale Euro und Open Banking das Konzept der monetären Infrastruktur vollständig.
Gleichzeitig verwandelt die regulatorische Konsolidierung durch MiCA, DORA, PSD3, PSR und den AI Act die rechtliche Compliance in einen primären Wettbewerbsvorteil für Banken und digitale Plattformen. WMF bestätigt als unmissbare internationale Drehscheibe für das Verständnis der Zukunft von Zahlungen, Märkten und digitalen Vermögenswerten seine Position im Spannungsfeld zwischen technologischer Innovation, operativer Resilienz und institutioneller Compliance.
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